Kompetenzzentrum Versicherungswissenschaften
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Risikomanagement

Aufgrund der vielfältigen Veränderungen des Wettbewerbsumfeldes für Versicherungsunternehmen, das neben Chancen auch bisher als gering betrachtete bzw. unbekannte Risiken verstärkt aufweist, und bei gleichzeitiger Zunahme der Volatilität der Kapitalmärkte bei anhaltend niedrigem Zinsniveau, benötigen die Versicherungsunternehmen effektive und effiziente Steuerungsinstrumente. Die Notwendigkeit eines zielorientierten ganzheitlichen Risikomanagementsystems wird auch in der Finanzdienstleistungsbranche sichtbar. Entscheidend bei der Entwicklung und Implementierung des Risikomanagementsystems ist die Anforderung, dass nicht nur die Erfüllung von gesetzlichen Normen (KonTraG etc.) im Vordergrund steht, sondern die Integration des Risikomanagement als Steuerungskonzept in die unternehmerischen Abläufe berücksichtigt wird. Nur durch diese in sich geschlossene konzeptionelle Gestaltung können neben der Identifikation und Steuerung der Risiko- und Chancenpotentiale mittelbar auch positive Effekte für die Unternehmenswertoptimierung generiert werden. 

Weiterhin wird es für Unternehmen, insbesondere solche, die börsennotiert sind, zunehmend wichtiger, für Transparenz und Korrektheit des Verhaltens der Mitglieder ihres Management und ihrer Aufsichtsorgane zu sorgen. Gerade Versicherungsunternehmen sind auf das Vertrauen ihrer Versicherten, Fremd- und Eigenkapitalgeber sowie Rückversicherer und Vertragspartner angewiesen. Sie sollten deshalb den im Jahre 2002 verabschiedeten 'Deutschen Corporate Governance Kodex' umsetzen und als Teil ihrer Unternehmenskultur leben. Die Einhaltung ethischer und normativer Standards wird zukünftig zu einem zentralen Erfolgsfaktor von Versicherungsunternehmen.

Die Weiterentwicklung von Theorien zum unternehmerischen Risikomanagement sowie empirischer Überprüfung, die Entwicklung von Gestaltungsempfehlungen für ein konsistentes Risikomanagementsystem, unter Berücksichtigung rechtlicher Rahmenbedingungen und der Einbindung von speziell dafür entwickelten Versicherungsprodukten (z. B. Directors & Officers Liability Insurance) stellen einen Forschungsschwerpunkt im Rahmen der Tätigkeiten des Kompetenzzentrums Versicherungswissenschaften dar.

Im Rahmen des Risikomanagements geht es darum Risiken zu erkennen, und adäquate Maßnahmen einzuleiten. Wirtschaftssubjekte sind tagtäglich mit verschiedensten Risiken konfrontiert. Markt-, Finanz-, Management-, Betriebs- und Umweltrisiken sind als solche zu nennen, zudem dürfen rechtliche Risiken und Risiken des Informationssystems nicht vernachlässigt werden. Die Vernetzung und Interdependenz unserer Wirtschaft nimmt stetig zu. Selbst Ereignisse, die sich Tausende von Kilometern entfernt zutragen, haben Auswirkungen auf das wirtschaftliche Geschehen in Deutschland. Als jüngstes Beispiel in dieser immer länger werdenden Reihe ist SARS oder die Vorgelgrippe zu nennen. Geschehnisse wirtschaftlicher und politischer Natur wie etwa Enron, Worldcom und der 11. September 2001 haben ebenfalls globale Auswirkungen. Diese Ereignisse zeigen, dass es von größter Wichtigkeit ist, ein umfassendes und integriertes Risikomanagement einzuführen. Dieses muss den Risiken, die eine global vernetzte Wirtschaft mit sich bringt, gewachsen sein.

Versicherung ist dabei als ein integraler Bestandteil zu sehen, da Versicherungsunternehmen Produkte zur Absicherung von Risiken anbieten und Experten bei der Kontrolle von Risiken sind. Gleichzeitig ist es für die Versicherungswirtschaft selber sehr wichtig ein adäquates Risikomanagement zu betreiben, da sonst aus dem Risikoausgleich im Kollektiv ein unbeherrschbares Portfolio von Gefahren werden kann.

Die Wissenschaft spielt dabei eine zentrale Rolle, da sie neue Konzepte erarbeiten kann und gezwungen ist, über den Tellerrand zu blicken. Durch die Kooperation mit der Wissenschaft kann die Praxis auf neueste Forschungsergebnisse zurückgreifen und diese in Zusammenarbeit mit der Wissenschaft auf die für das Unternehmen relevanten Fragestellungen anwenden.